Über Ivan Maximov

In diesem Artikel erfahrt ihr alles über den russischen Trickfilmzeichner und Regisseur Ivan Maximov. Dieser Name mag euch zunächst vielleicht kein Begriff sein, doch wenn ihr euch mit Animationen, Cartoons und vielleicht auch mit Spielen befasst, dann kennt ihr vermutlich Werke von Ivan Maximov. Er hat auch bei Full Pipe mitgewirkt und dort als Zeichner gearbeitet. Doch das ist nicht alles, was es über den Künstler zu wissen gibt!

Und was macht eigentlich einen Animator und Trickfilmzeichner aus? Kreativität, Talent und ein geschicktes Händchen sind nur einige der Eigenschaften, die es braucht, um in dieser Branche Fuß zu fassen und Erfolg zu haben. Als Trickfilmzeichner erstellst du mithilfe von Computern Illustrationen, du kannst in Grafikbetrieben arbeiten oder natürlich Teil der Fernseh- und Filmwirtschaft werden. Welchen Weg Maximov eingeschlagen hat, erfahrt ihr hier im Folgenden genauer.

Seine Biographie

Zunächst die Fakten: Ivan Maximov wurde im Jahr 1958 geboren, genauer gesagt am 19. November. Geboren wurde er in Moskau und schon immer fiel er durch sein rockiges Aussehen auf. Bis 1976 studierte er zudem Fotografie am „Biophysical Institute“ in Moskau. In den Jahren 1976 bis 1982 studierte er dann anschließend am Moskauer Institut für Physik und Technologie. Er arbeitete zudem nebenbei als Illustrator für verschiedene Magazine.

Ab dem Jahr 1982 war er außerdem Ingenieur am Russian Space Research Institute. Doch das war nicht alles: Er schaffte es auch weiterhin, sich weiterzubilden und belegte bis 1989 Regie- und Schreib-Kurse. Ein weiterer Meilenstein folgte um 1990, als er an Russlands erstem Gaming-Magazin mitarbeitete und außerdem bei der Fernsehserie „Dendy: The New Reality“ mitwirkte. Er designte dabei den Elefanten Dendy, der der Serie ihren Namen gab.

Bekannte Werke

Bereits erwähnt habe ich, dass Maximov nicht nur bei verschiedenen Magazinen mitarbeitete, sondern auch in das erste Gaming-Magazin in Russland involviert war. Auch mit der Entwicklung des Dandy-Elefanten konnte er Erfolge feiern. Ab dem Jahr 1995 hatte er dann ein eigenes Filmstudio zu Hause, in dem er Video- und Computeranimationen entwickelte. Ivan Maximov wirkte unter anderem bei Animationsfilmen wie Luba, Potop und Divergentia mit und da werden sicher noch einige folgen.

Außerdem bekannt ist er natürlich für das Computerspiel Full Pipe, über das ihr auf dieser Seite schon einiges lesen konntet. Dabei begleitet man das Kaninchen Dude auf einer spannenden Reise durch ein Kanalsystem. Alle Charaktere, inklusive Dude, sind sehr interessant und cartoonartig gestaltet. Es macht einfach Spaß, die Kreaturen zu beobachten. Sie haben ein äußerst skurriles Aussehen und kreative Fähigkeiten, die zeigen, was für ein Talent Maximov und alle Beteiligten hatten.

Gameplay: Full Pipe spielen

Du begibst dich bei diesem Spiel auf die Suche nach einem verloren gegangenen Pantoffel und landest in einem verrückten Kanalsystem. Das Spiel ist ein sogenanntes Point-and-Click-Abenteuer und die Grafik dieses Spiels hat ihren ganz eigenen Charme. Wenn du Spaß am Entdecken und dem Lösen von Rätseln hast, dann wird dir Full Pipe sicher gut gefallen und stundenlangen Spielspaß garantieren. Noch mehr über das Spiel erfährst du hier!

Es gibt hier kein langes Intro und keine umfassenden Dialoge. Du landest also ganz ohne Umschweife in dem Spiel und kannst dich auf skurrile Wesen in Comic-Manier freuen. Der Aufbau des Spiels erinnert an ähnliche Games wie Amanita Designs Machinarium oder Gobliiins 4. Es scheint, als hätte den Leuten von Edna, mit Sitz in Hamburg, dieses Konzept so gut gefallen, dass es nun auch in Deutschland verfügbar ist.

Die Steuerung

Ein süßes und rundes Comicwesen, genannt Dude, empfängt dich mit süßer Nickelbrille und einem Schneckenhaus, das er auf dem Rücken trägt. So begibt er sich durch die interessante Fantasiewelt und es wird spannend, als nachts plötzlich eine große Hand unter Dudes Bett hervorkommt und dem Kaninchen seinen Pantoffel klaut. Dude macht sich natürlich sofort auf und landet in einem verrückten Labyrinth, in dem skurrile Gestalten warten.

Dude ist ein sympathischer Protagonist, dem man gern bei seiner Suche hilft. Das Spiel wird mit einer Standard-Point-and-Klick-Steuerung gespielt. So navigierst du dich durch verschiedene Räume und dein Mauszeiger kann zu verschiedenen Symbolen werden. Wenn du beispielsweise einen Fuß siehst, weißt du, dass das Kaninchen an einen bestimmten Ort laufen kann. Steuerst du dagegen eine Wand an, so siehst du einen Hammer. Auch durch kleine Röhren krabbeln oder eine Leiter hochhüpfen ist möglich.

Über die Bewohner und andere Mysterien

Du wirst schnell merken, dass besonders die Bewohner in dieser Welt das Highlight darstellen. Du hast die Möglichkeit, verschiedene Verhaltensweisen zu beobachten und kannst mit den Wesen experimentieren. Du kannst auch Tauschgeschäfte mit den Kreaturen machen, was zu teilweise sehr unterhaltsamen Situationen führt. Du kannst beispielsweise eine Sonnenbrille in der Schublade, eigentlich dem Bauch, eines Wesens platzieren – was dann anschließend passiert, ist echt aufregend und skurril!

Auch Eier sind von großer Bedeutung. Diese kannst du zum Beispiel bei Minispielen nutzen. Das Wesen mit dem Schubladenbauch liebt Kugeln und lässt sich so von blockierten Eingängen weglocken. Die Entwickler geben nur wenige Hinweise auf die Existenz solcher Mini-Rätsel, die du auf diese Weise entdecken kannst, doch du solltest sie kennen. Zusätzlich dazu kannst du dich die ganze Zeit über lockere Jazz-Sounds freuen, die das Spiel begleiten.

Das Erscheinen eines Spiels

Wenn ein Spiel einmal als CD auf der Ladentheke steht, ist ihm nicht anzusehen, was alles darin steckt. Von der ersten Idee bis zum hoffentlich erfolgreichen Verkaufsstart können nämlich Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen. Schließlich muss das Spiel nicht nur konzipiert und geschrieben, sondern auch ausgiebig getestet werden, bevor es zum Verkauf im Laden landen darf.

Spiele sind zudem oft Teil einer ganzen Reihe, sodass eine Neuerscheinung auch einfach auf einem bestehenden Spiel aufbaut, sodass nicht das gesamte Spiel von Grund auf neu konzipiert werden muss. Dennoch muss gerade bei solchen Reihen und Weiterentwicklungen von Spielen der technische Fortschritt mit beachtet werden, damit das Spiel auch mit fortgeschrittener Hardware und Software weiterhin kompatibel bleibt.

Ein Spiel kommt selten allein

Der Appetit kommt beim Essen – so sagt man. Bei den Computerspielen ist dies sehr ähnlich. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, den lässt ein Spiel oder ein ganzes Genre von Spielen oft nicht so schnell los. Entsprechend lohnt es sich für die Entwickler, die bestehenden Spiele weiter zu entwickeln, was sich für sie wiederum positiv auf die Verkaufszahlen auswirkt.

Nachfolger eines beliebten Spiels tragen zudem auch dem technischen Fortschritt jeweils Rechnung. Während ein in die Jahre gekommenes Spiel vielleicht dereinst nicht mehr den Anforderungen entspricht, kann mit einer Nachfolgerversion sichergestellt werden, dass ein Klassiker auch weiterhin auf den aktuellen Konsolen und Betriebssystemen funktioniert. Dazu kommt natürlich, dass mit jeder Neuauflage auch neue Funktionen und Welten genossen werden können.

Der große Tag

Wenn das Spiel dann einmal auf Herz und Nieren getestet wurde, den Alphatest durchlaufen hat und kurz vor der Veröffentlichung steht, wird es zunächst einmal noch von ein paar wenigen ausgewählten Spielern weiter getestet. Dies nennt sich Beta-Test und soll dazu dienen, wirklich die allerletzten Fehler und Mängel aus dem Spiel herausfiltern zu können. Und dann kommt der große Tag.

Speziell bei Nachfolgeversionen von erfolgreichen Spielen fiebern etliche Spieler diesem Moment jeweils entgegen. Alle wollen sie die ersten sein, die das neue Spiel in den Händen halten, respektive es auf ihrem Rechner oder ihrer Konsole haben. Während in diesem Moment die Arbeit für die Entwickler ihr Ende findet, sind es nun die Spieler und die Experten, die die neue Errungenschaft ausgiebig auskosten können.

Full Pipe (Royal Flush)

Dass Computerspiele auf Cartoons basiert werden, ist an und für sich nichts neues. Dies verhilft den Spielen zu einem klaren Context und je nachdem, was für ein Context gewählt wird, macht dies das Spiel für den Spieler wesentlich einfacher zu verstehen. Ähnliches dachten sich womöglich auch die Entwickler des PIPE-Studios im Rahmen der Entwicklung von Full Pipe.

Da das Spiel auf russischen Cartoon-Figuren basiert, verwundert es wenig, dass das Spiel auch zuerst in Russland und angrenzenden Ländern wie zum Beispiel den baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland aufgelegt wurde. Es erschien dort 2003 als ein Teil der 1C: Game Collection. Einige Jahre später erschien das Spiel dann auch im Westen, zunächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Dude – die Hauptfigur

Im Spiel dreht sich bei Full Pipe alles um die eine Hauptfigur. Dude nennt sich die Figur, die von dir in der dritten Person gesteuert wird. Dude begibt sich unter deiner Anleitung auf eine Entdeckungsreise unter sein eigenes Bett, denn dort – so vermutet man – hat er seine Unterhose verloren. Du hilfst Dude bei der Suche in einer 2D-Landschaft.

Unterwegs wirst du diversen Gegenständen begegnen, die als einzelne Teile zu einem Puzzle zusammengebaut werden müssen. Dabei geht es aber nicht immer nur rein logisch zu und her. Genauso irre wie der Hauptcharakter ist nämlich auch das Puzzle gestaltet. Es ergibt tatsächlich keine echte Form und hat ebenso wie manche andere Aspekte des Spiels einen psychedelisch anmutenden Charakter.

Gemischte Kritiken

Dude, der Hauptcharakter und etliche Gegenstände und Zusammenhänge (sofern man von Zusammenhängen reden kann) sind eher wirr ausgestaltet, was es eher schwierig macht, im Spiel den Überblick zu behalten und sich ein Gesamturteil zu bilden. In diese Richtung gehen auch die Kritiken von den Spezialisten, die sich wohl nicht ganz so sicher sind, ob die Entwickler bei diesem Spiel immer alles im Griff hatten.

Doch das abschließende Urteil hast natürlich immer du. Ob dir ein Spiel gefällt oder wiederum nicht, ist ausschließlich dir überlassen. Eine Legende von der Russian Game Developers‘ Conference im Jahr 2004 in Moskau besagt auf alle Fälle, dass die beiden Amerikaner, die Full Pipe quasi für den Westen entdeckten und testeten fast schon mit Gewalt von der Demokonsole gerissen werden mussten.